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20. Juni 2016

Westbahnhof – Verbauung: Chance für Rudolfsheim-Fünfhaus

Stadt Wien und Verkehrsministerium sind säumig

Das Westbahnhofgelände –Handicap und Chance 


Das Westbahnhof-Gelände mit seinen weitläufigen Gleisanlagen, diversen Hallen, Verladeeinrichtungen und Bauwerken trennt die beiden Bezirksteile Rudolfsheim und Fünfhaus. Die einzigen Möglichkeiten, die Westbahn auf den über 1500 Metern zwischen Bahnhof und Johnstraße/Schlossallee zu queren, bieten die Schmelzbrücke und der ausschließlich für Fußgänger passierbare Rustensteg. 

Diese Trennung des Bezirkes stellt eines der planerischen Hauptprobleme im Bezirk dar. 

Bis heute liegen jedoch noch immer keine konkreten Planungen und Vorschläge von Seiten der Stadtregierung zur Entwicklung des großen „Hinterlandes“ des Westbahnhofes vor. 

Die Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofes und des Lainzer Tunnels bedeuten für den Westbahnhof eine massive Verringerung der Zugfrequenz. Dadurch sind  zusätzliche Gleisanlagen und Baulichkeiten frei geworden. 

Das Gelände bietet sich aufgrund der zentralen Lage, der optimalen Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und einem hohen Maß an Urbanität als eine der wichtigsten Potentialflächen der Stadtentwicklung an.

Das Areal:

  • zählt zu den bedeutendsten Verkehrsknotenpunkten Österreichs. Es ist bestens mit U-Bahnen und Schnellbahnen, Straßenbahn- sowie Buslinien versorgt.
  • ist auch bestens an den Individualverkehr angebunden.
  • liegt in unmittelbarer Nähe der umsatzstärksten Einkaufsstraße Wiens, der Mariahilfer Straße. 

Die neu gewonnenen Flächen, die verbleibenden Gleiskörper sowie die weiterhin notwendigen Anlagen der ÖBB könnten durch Verbauung bzw. Überdachung einer vielfältigen Nutzung zugeführt werden. 

Denkbar sind fußläufige Verbindungen, unterirdische hochrangige Straßenverbindungen, großzügige Grünflächen, Wohnungen, Freizeit- und Bildungseinrichtungen sowie Nahversorgungseinrichtungen, die bei richtiger Planung zu einer massiven Aufwertung des 15. Bezirkes führen würden!  

Bisherige Entwicklung 

Seit Jahrzehnten gibt es Überlegungen zur Überwindung der Trennung des 15. Bezirks durch die Westbahnstrecke und zur besseren Nutzung des knapp 30 Hektar großen Areals. 

Die FPÖ hat zahlreiche Initiativen gestartet und Ideen zur Verbauung des Westbahnhofgeländes entwickelt. 

Auch der 15. Bezirk hat die Stadtregierung mehrmals darauf gedrängt, endlich ernsthafte Planungen anzustellen und nachhaltige Verhandlungen mit der ÖBB aufzunehmen. 

2006 beschloss der Wiener Gemeinderat eine neue Flächenwidmung (SPÖ und ÖVP dafür, FPÖ und Grüne dagegen) – mit dem Ergebnis, dass die gewinnbringenden „Filetstücke“ rund um die Bahnhofshalle entwickelt wurden, der überwiegende, große Rest westlich des Bahnhofgebäudes jedoch weiterhin stiefmütterlich wurde.Damaliger Hauptkritikpunkt: es wurde keine Gesamtkonzeption angestellt, nur die lukrativsten Teilstücke wurden konkret berücksichtigt und somit die Chance auf eine weitere Entwicklung des Hinterlandes vergeben. 

Im November 2011 wurde die Eröffnung der neuen „BahnhofCity Wien West“ gefeiert. Dabei wurde allerdings nur der Bereich rund um die Bahnhofshalle einer neuen Nutzung übergeben, also ausschließlich die "Filetstücke" des Westbahnhofgeländes neu gestaltet. 

Durch den Wegfall der höherrangigen Zugsverbindungen am Westbahnhof sind von den Geschäftsleuten des Einkaufszentrums massive Umsatzeinbußen zu beklagen und ist ein neuer sozialer Brennpunkt rund um den Bahnhof zu befürchten.(http://diepresse.com/home/panorama/wien/4940038/Endstation-Westbahnhof-?from=suche.intern.portal

Bei einer Anfrage in der Fragestunde des Gemeinderates aus dem Jahr 2015 zur bisherigen Tätigkeit der Planungsstadträtin zur Realisierung des Projektes konnte VzBm Vassilakou nur einen kooperativen Planungsworkshop als konkrete Tätigkeit vorweisen. 

Die Bezirksvertretung von Rudolfsheim-Fünfhaus hat in der Sitzung am 21.04.2016 aufgrund einer Initiative der FPÖ-Fraktion abermals die Planungsstadträtin aufgefordert, konkrete Planungsschritte für die Über- und Verbauung des Westbahnhofgeländes vorzunehmen (gegen die Stimmen der Grünen).  

Verkauf „Blaues Haus“ – noch immer keine Gesamtplanung erkennbar 

Nunmehr steht auch das im unmittelbaren Nahbereich des Bahnhofgebäudes, im Eigentum der ÖBB-Infrastruktur AG stehende „Blaue Haus“ (Mariahilferstraße 132) - herausgelöst von allen anderen Planungsüberlegungen - zum Verkauf an.
(http://www.oebb-immobilien.at/de/Servicebox/Immobilien_Katalog/Wien/W_-_89/Expose.pdf

Die Filetierung der besten Stücke des Westbahngeländes geht also weiter, eine vorausschauende Planung und Gesamtkonzeption noch immer nicht erkennbar! 

Im Zuge der nächsten Gemeinderatsitzung wird Gemeinderat Mag. Dietbert Kowarik eine Anfrage an die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und Bürgerbeteiligung stellen, wann und ob endlich von Seiten der Stadt Wien konkrete Verhandlungen und Planungsschritte im Sinne des Beschlusses der Bezirksvertretung vom 21.4.2016 erfolgt sind.

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